Quartiershaus

Der Bürgerbahnhof ist zzt. eine reine Freifläche. Es gibt ein paar Bauwagen, aber keine festen Gebäude, was der Entwicklung eines ganzheitlichen, vernetzten Bildungsangebotes im Wege steht. Die Nutzergruppen vor Ort brauchen ein eigenes Gebäude, damit sie auch in der kalten Jahreszeit Kontakt zu ihren Zielgruppen halten können, was gerade für bildungsferne Zielgruppen besonders wichtig ist. Sie planen deshalb ein Quartiershaus, welches der Heldenküche eine Lernküche, dem Bauspielplatz eine Werkstatt, Nachbarn, Vereinen und kleinen Unternehmen im Quartier Arbeits- und Versammlungsräume und Schülern einen außerschulischen Lernort bieten soll.

Im Zuge der Planung des Quartiershauses ist neben den Bedarfen der Nutzergruppen relevant, wie und in welchen Bereichen der Bürgerbahnhof künftig noch stärker im Quartier wirksam werden kann. Der Nutzerrat des Bürgerbahnhofs hat sich diese Frage gestellt und folgende Antworten erarbeitet:

  • Viele Akteure sind zunehmend in der Bildungsarbeit aktiv - für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, mit und ohne Migrationshintergrund.
  • Die Akteure vermitteln motorische, soziale, handwerkliche und ökologische Kompetenzen und ermöglichen wichtige Erfahrungen der Selbstwirksamkeit. Sie motivieren zur konstruktiven Mitgestaltung des eigenen Quartiers und regen an, eigene Konsumgewohnheiten zu hinterfragen. Sie haben das Ziel, die Ernährungskette von der Saat bis zum Essen auf dem Teller erlebbar und mitgestaltbar zu machen und wollen für umweltgerechte Nahrungsmittelproduktion und -verarbeitung sensibilisieren.
  • Ihre Angebote sind dem Bereich „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) zuzuordnen und unterstützen damit die 2030-Agenda der UN, die mit ihren 17, s.g. Sustainable Development Goals (SDGs) den Weg zu einer wirtschaftlich, sozial und ökologisch nachhaltigen Zukunft für heutige und künftige Generationen weisen.
  • Die Akteure gehen den Weg einer praxisorientierten Pädagogik. Gleichwohl erleben Kinder und Jugendliche Lernen oft als theoriegetrieben und spaßbefreit. Ein Zustand, der sich in einer Stadt mit hoher Schulabbrecherquote dringend ändern muss! Die sich auf dem Bürgerbahnhof entwickelnden Freizeitangebote wie Bouldern, Schaukeln, legale Graffiti-Wände und das künftige Ballspielfeld sollen als Magnete wirken und künftig stärker in Bildungsangebote eingewoben werden, um Bildung niederschwellig und als Teil des Alltags erlebbar zu machen.

Der Bürgerbahnhof ist folglich bestens als Lernort geeignet, um die Angebote der Akteure zu einem vernetzten, ganzheitlichen Bildungsangebot für nachhaltige Entwicklung zu verbinden.